Nova Rock 2009 – Der Bericht

2009 Juli 1

Geschätztes Festivalvolk
Das Nova Rock, Österreichs größtes Open Air Festival, ist zu ende. Zeit das ganze nochmal vor dem geistigen Auge Revue passieren zu lassen.

Quelle: www.novarock.atNur wo fängt man angesichts 95 Hektar Fläche, 2 Bühnen und rund 50.000 Besuchern pro Tag mit der totalen Berichterstattung an?

Am besten am Donnerstag um die Mittagszeit. Dies ist in etwa die Zeit, in der sich die Tore zum Nova Rock 2009 öffnen und eine Meute feierwütiger, headbangender, lauthals schreiender, und trotz der noch frühen Stunde, alkoholisierter 15 – 60 Jähriger das Gelände stürmt.
Da wird auf teilweise skurrilste Art und Weise Opas alte Couch, Papas gesamter Bier- und Weinvorrat sowie jede menge Zeug, das das Überleben auf solch einem Festival sichert, Richtung Zeltplatz gezerrt.
Am Caravanparkplatz geht es hingegen ein wenig gemütlicher zu. Dort rollen vom PKW bis zum 3,5 Tonner etliche, extra fürs Nova Rock gepimpte, Fahrzeuge auf.
Wagen parken, Türen auf, Alkohol und Campingstuhl raus und schon geht das erste Bier durch das mitgebrachte Trichtertrinkgerät auf dem direkten Weg ins Zentralnervensystem.
Selbstverständlich, dass sich in so einem Camper allerhand Zeug verstauen lässt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass man vom Grill bis zum ausgewachsenen Soundsystem, oder sogar ganzen Bands samt Backline, alles findet. Dem feiernden Volke gefällts, also warum nicht.

Bis spät in die Nacht hinein reisen Fans aus ganz Österreich und den Nachbarländern an. Da die Stages noch geschlossen sind, gibt man sich gepflegt im Partyzelt die Kante oder steht vor dem allseits beliebten Brandwagen und zieht sich Sounds von lokalen Bands rein.

Hat man dann endlich die Nacht durchgebracht, oder ein paar Stunden im Zelt geknackt ohne dass der Nachbar oder ein des Weges Kommender einem ans traute Heim gepinkelt hat, darf man sich auf den ersten offiziellen Festivaltag freuen. Und der verspricht Gutes. Metallica, Faith no more, Nine inch nails, Slipknot, Disturbed, Caliban, Sonic Syndicate oder Sunrise Avenue stehen auf dem Terminplan. Festivalherz was willst du mehr. Also auf die müden Augen, raus aus der Behausung und das erste Bier zum Zähneputzen aufgemacht. Die Sonne scheint; es ist gut. Das Frühstück besteht tendenziell aus Gegrilltem, oder wie schon gesagt aus ner guten Kanne Bier.
Das Wetter lässt am ersten Tag keine Wünsche offen. Das Thermometer zeigt Badetemperatur und so begeben sich einige der Festivalbesucher per Shuttlebus in eines der umliegenden Strandbäder um sich a.) abzukühlen, oder b.) den Dreck vom Vortag runter zu waschen. Dieser Shuttleservice war mit 7 Euro pro Kopf und Nase eher ein kostspieliges Vergnügen.Quelle: www.novarock.at
Die Wasserscheuen unter uns machen sich indes auf zu den Bühnen, wo um 13.00 Uhr die ersten Bands das Festival eröffnen. Ab durch die Securitywand, einmal greifen bitte und dann steht man vor ihr: Die Blue Stage – Europas größte Festivalbühne. 56 Meter breit, 16 Meter hoch und 25 Meter tief. Unglaublich! Da passt ohne viel rum zu schieben ein Wohnhaus mit 100 Wohnungen rein.
Der Sound ist fett, obwohl er an manchen Stellen vom Pannonischen Wind verblasen wird.Sieht man sich auf dem Gelände der Blue Stage um, spielt es hier wohl alle Stücke. Bungeeturm, Chilloutzone, eine festivaleigene Shoppingmeile, ein zünftiger Biergarten, Getränkestände und Fressbuden.Hier fällt auch schon mal das erste Manko ins Auge: fast alles hat einen Einheitspreis von 5 Euro und schmeckt auch irgendwie gleich. Obwohl auf der offiziellen Nova Rock Homepage von einer Verbesserung des kulinarischen Angebots die Rede ist, kann man hier nur schwer was davon erkennen. Es gibt Kebab, Burger (die sich vom Kebab nur durch ein faschiertes Laibchen statt dem fast rohen Fleischschnitzel unterscheiden), Crepes, Hot dogs, Spanisches und Nudeln oder Reis vom Chinesen (der den Zusatz „kann Spuren von Fleisch oder Gemüse enthalten“ auf seinem Banner stehen haben sollte). Das Zeug schmeckt ungefähr so neutral wie ein Stück Karton und von dem Fleisch respektive dem Gemüse hab ich in dieser ganzen zwei Meter Pfanne nur so viel gesehen, wie normal auf einen Teller gehört. Egal, bei zwei Promille ist es nicht so tragisch was man sich reinhaut.
Warum man aber die ganzen Gastrobetreiber aus Deutschland holt und nicht welche aus dem Inland bzw. der Umgebung, bleibt mir ein Rätsel. Ist aber wahrscheinlich der Grund, warum der Besucher für einen Burrito mit einem Löffel Chilli und einem Löffel Reis 5 Euro bezahlt.

Quelle: www.novarock.atAber jetzt zurück zur Musik. SONIC SYNDICATE, die mittlerweile zum dritten mal am Nova Rock spielen und sich nun auf die Blue Stage vorgearbeitet haben, liefern den ersten richtig harten Gig des Tages ab. Die beiden Shouter schreien sich die Seele aus dem Leib und stacheln so das Publikum zu den ersten Mosh Pits an.

DISTURBED bringen ihre „Sickness“ ebenfalls sehr gut unter die Leute.
Standesgemäß lässt sich Sänger David Draiman in Zwangsjacke auf die Bühne bringen und die Jungs aus Chicago geben danach mit Knallern wie „Stupify“, „Down with the sickness“, „Ten thousand fists“ und der Genesis Covernummer „Land of Confusion“ so richtig Gas.Quelle: www.novarock.at

Auch FAITH NO MORE zeigen auf der Red Stage mit viel Selbstironie, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören und spielen ihr Set dem Publikum souverän um die Ohren. Wenn man nach der Präsenz und dem Outfit geht, dürften die Jungs großen Gefallen an der Spielermetropole Las Vegas gefunden haben. Ein lustiges durcheinander an Musikstilen offenbarte sich hier. Von chilligen Klängen bis zu knüppelnden Beats war alles vertreten. Neben den Klassikern wie „Epic“, „Easy“ oder „Midlife Crisis“ gabs noch eine kurze Coverversion von Lady Gagas „Pokerface“ zu hören.

Als dann auf der Blue Stage die roten Lichter angehen und das Intro zu Iowa ertönt, sind sich alle Anwesenden bewusst, dass gleich die Post abgeben wird. Mit dem Song „SIC“ vom ersten SLIPKNOT Album, böllert die neunköpfige Plage auf die Bretter.Quelle: www.novarock.at
„Eyless“, „Wait“ and Bleed“, „Before I forget“ – Hammer! Danach „Sulfur“ vom neuen Album, das den Geschwindigkeitspegel noch mal nach oben schraubt. „The Blister exists”, “Dead memories”, “Disasterpiece” – alles erste Sahne. Danach noch „Psychosocial“, „Duality“, „People=Shit“. “Surfacing“ wuchtet wie lange nicht. Die Jungs ziehen wirklich alle Register. Den Abschluss bildet die tonnenschwere Groovenummer „Spit it out“, bei der Corey Taylor wieder jeden dazu einlädt auf die Knie zu gehen. Jump the Fuck up, und die Meute zerlegt sich selbst in einem riesigen Moshpit. Danke, wiedaschaun, bis zum nächsten Mal.Quelle: www.novarock.at
Wer noch gehen kann schleppt sich zum nächsten Bierstand um dem Körper wieder ein bisschen Flüssigkeit zu verabreichen. Wer das nicht kann, bleibt vor Ort und sichert sich einen Platz in den vordersten Reihen. Mittlerweile hat der Wind deutlich aufgefrischt und man war an dieser Stelle gut beraten sich noch einen Überwurf mitgenommen zu haben.
Auf der Red Stage geben sich NINE INCH NAILS die Ehre. Dass sich die Band nach dieser Tour endgültig auflösen würden, hatte man im Vorfeld ja schon gehört. Dass es aber so schnell gehen würde, damit hatten wahrscheinlich selbst die Musiker nicht gerechnet. Wegen des plötzlich einsetzenden Regen fällt während der Show plötzlich Sound und Licht aus und setzte dem Konzert somit ein verfrühtes Ende.

Zeitgleich ist vor der Blue Stage Gänsehaut angesagt. Mit zehn Minuten Verspätung startet das legendäre „The Ecstasy of Gold“ Intro der größten Metalband der Welt. Und pünktlich setzt der Regen ein. METALLICA eröffnen mit „Blackened“ und zeigen sofort, wer der Herr im Hause ist. Zack, das knallt.
„Gimme Fuel, Gimme Fire“ und schon lodern meterhohe Flammen am Bühnenrand. Bei den Windverhältnissen, die gerade herrschen, muss man fast befürchten, dass die Bühne selbst teil der Feuershow wird. So manche Nummer vom Album Re-Load hats echt in sich.Quelle: www.novarock.at
„It´s just a little water, right?” Hetfields Versuch die Massen über den waagrecht einfliegenden Regen hinweg zu trösten, wird größtenteils nur mit Murren quittiert. Dafür gibt’s gleich „No remorse“ vom Erstling „Kill em all“. Danach eine Überraschung: „Leper Messiah“ vom Album Master of Puppets, wird den Anwesenden mit ordentlich Pfeffer um die Großhirnrinde gedroschen. Ein Stück, das man seit 1987 nur sehr selten live gespielt hat. Bei „One“ will man anscheinend die mittlerweile durchweichten Fans wieder trocken legen. Explosionen und Feuer wohin man nur blickt. Darauf folgen mit „Broken, Beat and Scarred“ und „My Apocalypse“ zwei, live bestens funktionierende, Tracks vom neuen Album, bevor mit „ Sad but true“ die Genicke gebrochen werden. Quelle: www.novarock.atSofort wird mit„ No leaf clover“ vom Symphonie Album nachgeladen. Zum Ausrasten geil!! „The Judas Kiss“ und „The day that never comes“ vom neuen Death Magnetic Album setzen den Reigen fort. “Master of Puppets” noch und dann rappelts im Karton. Metallica packen das rarste Stück ihres Katalogs aus: „Dyers eve“ vom „…and Justice vor all“ – Album haben wahrscheinlich 0,02% der Anwesenden schon mal live gehört. Besser kann dieser Abend beim besten Willen nicht mehr werden. Man könnte fast vergessen, dass es nach wie vor wie aus Kübeln schüttet und jeder hier schon an Stellen, die sonst nur die heimische Badewanne erreicht, nass ist. Vom Bühnendach schießt ein Wasserfall herab und blickt man sich um, stellt man fest, dass doch schon Einige das Weite gesucht haben. „Nothing else Matters“ wird aber sogar noch in den Zelten aus voller Kehle mitgesungen. Mit „Enter Sandman“ beenden Metallica den offiziellen Teil der Show.Quelle: www.novarock.at
Die Zugaben bestehen aus dem Misfits Cover „Last caress“, einem hervorragend dargebotenen „Hit the Lights“ und als krönenden Abschluss „ Seek and Destroy“, das die noch Anwesenden endgültig nach Hause schickt. Eine astreine Show, mit der die Herren Hetfield, Ulrich, Hammett und Trujillo wieder mal bewiesen, dass man mit Metallica immer und jederzeit rechnen muss. Auch wenn es regnetQuelle: www.metontour.com

Nach diesem Spektakel geht es vorerst mal zurück in die Zelte um die Klamotten zu wechseln. Die Wege sind schlammig und so mancher hat Mühe, sich auf den Beinen zu halten. Es werden auch Menschen gesichtet, die sich wieder auf allen Vieren fortbewegen oder nach einer dreimaligen Gesäßlandung, einfach keine Lust mehr haben aufzustehen.
Die Hardliner unter den Festivalbesuchern werden sich noch den ein oder anderen Drink im Partyzelt einschenken, und der Rest freut sich in seinen Schlafsäcken auf den zweiten Nova Rock Tag.

Samstag

Ein kurzer Blick auf das Line up des heutigen Tages verspricht einen heißen Festivaltag. PLACEBO, KAISER CHIEFS, IN EXTREMO, CHRIS CORNELL, CHICKENFOOT, KILLSWITCH ENGAGE, ALL THAT REMAINS und viele mehr bescheren den Besuchern heute einen zweiten Heiligabend in diesem Jahr.
Blickt man jedoch aus dem Zelt, kann einem ganz schön frostig werden. Es regnet nach wie vor über dem Gelände und macht den Weg zu den Duschen und Toiletten zu einem Abenteuerausflug a lá Indiana Jones. Quelle: www.verdammt.atDa hilft nur eins: Augen zu und durch. Ein gepflegtes Bier überbrückt die ersten Startschwierigkeiten. Langeweile kommt ob des Regens trotzdem nicht auf. Es finden sich überall gleichgesinnte Zeitgenossen, die einem den Vormittag bis zu den ersten Bands versüßen. Sei es bei einer Rutschpartie durch den Schlamm, diversem anderen Campingplatz – Wahnsinn oder man kuschelt sich mit seinen Freunden und Bekannten einfach unters Partyzelt und erfreut sich an hausgemachter Musik und den brutzelnden Steaks am Grill. Hach, so ein Festivalleben hat schon etwas Schönes. In der Zwischenzeit sind die Verantwortlichen dabei, mit fast einer Tonne Stroh und Rindenmulch, das Bühnengelände vor dem Untergang zu bewahren.
Der Wettergott hat ein Einsehen und ab dem späten Vormittag lässt der Regen nach. Im Laufe des Tages hört er sogar ganz auf.
Zum Mittagessen startet auf der Red Stage die oberösterreichische Combo CENTAO den zweiten Tag des Festivals. Mit ihren harten Riffs und eingängigen Melodien können sie doch ein paar Tausend Besucher vor die Bühne locken.

Mittlerweile hat irgendwo ein Jägerstand Feuer gefangen und die ansässige Feuerwehr rückt aus, um unter lautem Applaus der versammelten Menge den Brand zu löschen. Zu etwas späterer Stunde fällt auch eines der legendären Dixie-Klos den Flammen zum Opfer…

Bands wie EISBRECHER, ATROCITY und DIR EN GREY verabreichen dem Publikum die nötige Portion Partylaune um den Nachmittag durchzustehen.
Bei der US Metalcore Band ALL THAT REMAINS wird es dann richtig heftig vor der Bühne. Mosh und Circlepits wechseln sich im Minutentakt ab. Sänger Philip Labonte hat die Menge fest im Griff und legt mit seiner Truppe große Spielfreude an den Tag.

Als danach MONSTER MAGNET die Bretter betreten, glauben wohl die meisten Zuseher Probleme mit den Augen zu haben. Frontman Dave Wyndorf dürfte seine Gene mit „Jabba de hut“ teilen, der Kerl wiegt plötzlich stattliche 150 Kilo. Das tut dem musikalischen Genuss aber keinen Abbruch, denn die Band spielt einen rockigen Set mit allem, was man hören will.

Quelle: www.novarock.atDass KILLSWITCH ENGAGE zum Besten gehört, das die Metalcore Szene zu bieten hat, weiß man nicht erst seit dem neuen Album „As Daylight dies“. Quelle: www.novarock.atDie fünf Herrschaften aus Westfield, Massachusetts bringen mit jeder Menge Charme, Spielwitz und Hammertracks aus ihren vier Alben die Menge zum schwitzen. Eine amtliche Wall of death zum Bringer „Rose of Sharyn“, die Dio Coverversion „Holy diver“ und die witzigen Ansagen von Gitarrist Adam Dutkiewicz runden den perfekten Gig ab.

Zeitgleich spielt Audioslave Sänger CHRIS CORNELL sein Soloprogramm auf der Blue Stage und zeigte eindrucksvoll wie eine ordentliche Rockröhre zu klingen hat.

Zu immer später werdender Stunde hat man dann die Qual der Wahl zwischen den KAISER CHIEFS und PLACEBO auf der Blue Stage sowie CHICKENFOOT und IN EXTREMO auf der Red Stage.
CHICKENFOOT zelebrieren achtziger Jahre Rock mit Ex-Van Halen Mitgliedern Sammy Hagar und Michael Anthony, Supergitarrist Joe Satriani und Red hot chilli peppers Schlagzeuger Chad Smith.

Danach gehen IN EXTREMO mit einer super Show in die Vollen. Ihr kraftvoller Mittelalter –Rock und jede Menge Pyrotechnik begeistern die Besucher und bestätigen sie als würdigen Headliner der Red Stage.

Auf der Blue Stage rocken einstweilen die KAISER CHIEFS die Ö3- und FM4- Community. Publikumschöre bei den Klassikern „RUBY“ und „OH MY GOD“ stehen auf der Tagesordnung und die Songs werden von der Festivalgemeinde dankend aufgenommen.

PLACEBO braucht man eigentlich nicht mehr vorzustellen, sind sie ja nicht das erste Mal zu Gast am Nova Rock. Sie beenden den zweiten Festivaltag mit einem gekonnten Querschnitt ihrer bisherigen Laufbahn. Gefühlvoll, rockig und auch ein wenig kuschelig. Auch wenn der Tag ein wenig softer zu Ende geht als der erste, war er trotzdem eine Erfüllung für das Musikerherz. Man darf sich glücklich in seine Gemächer zurückziehen um vom Erlebten zu träumen.

Sonntag

Quelle: www.novarock.atGuten Morgen am Tag Nummer drei. Der Regen ist vorbei und man glaubt es kaum, die Sonne blinzelt hervor. Sieht aus, als würde die fünfte Auflage des Nova Rock doch noch ein trockenes Ende finden.
Also, die verkaterten Glieder ausgestreckt, ein kühles Frühstücksbier in die Metallerrübe und auf gehts zum allseits beliebten Frühschoppen mit Wendys Böhmischer Blasmusik auf der Red Stage.
Auf dem Weg dorthin passiert man schon das ein oder andere eingestürzte Zelt, das dem Wind des Vortags nicht standgehalten hat.
Die Securities scheinen auch nicht mehr die fittesten zu sein, denn die Kontrollen beschränken sich mehr oder minder nur mehr auf kurzes Zupfen an einem Kleidungsstück.

Beim Frühschoppen gehts schon mächtig zur Sache und wer glaubt, dass nur Metalcore Bands eine Wall of death zustande bekommen, der irrt gewaltig.
Etwa 2000 Menschen haben sich vor der Bühne versammelt und geben ordentlich Schub. Da wird gemosht, gesprungen, gestagedived und lauthals mitgesungen. Festivalbesucher sind eben für alle Musikstile zu haben

Das heutige Programm ist so vollgestopft mit Hammerbands, dass einem die Entscheidung, zu welcher Bühne man sich begeben soll, nicht leicht gemacht wird.

Die österreichischen Punkrocker von 3 FEET SMALLER haben sichtlich Spaß auf dieser riesigen Bühne zu spielen und bringen gleich mal gute Laune unters Volk. Die Sonne ist auch schon da und die Temperaturen steigen. Der Boden trocknet auch langsam aber sicher wieder auf und man kann sich getrost ins Getümmel werfen, ohne Angst haben zu müssen eine Arschbombe in den Schlamm hinzulegen.

Mit DUFF MC KAGAN´S LOADED steht ein nicht wenig bekannter Musiker auf der Blue Stage. Hierbei handelt es sich nämlich um den Bassisten der Ex-Rock Helden Guns and Roses. Dass der Mann nicht nur ein guter Bassist ist, sondern auch ganz gut singen kann, stellt er hier unter Beweis.

Danach geben sich die Ska-Punker von LESS THAN JAKE ein Stelldichein und verbreiten so was wie Sommerfeeling. Mitmachmusik vom feinsten wird hier geboten und jeder der seinen Körper nach drei Tagen Festival noch einigermaßen unter Kontrolle hat, macht natürlich mit.

Quelle: www.novarock.atAuf der Red Stage donnern im Anschluß die Bösewichte von STATIC X über die Bretter. Die laut Aussage von Wayne Static, Erfinder der „Evil Disco“, mischen den tranceartigen New Metal gekonnt unter die Leute und ernten dafür Begeisterungsstürme.
Einziger Kopfschüttelpunkt ist die mitgebrachte Go-Go Tänzerin, die mit ihrem zu heiß gewaschenen Shirt zwar tief blicken lässt, sich aber bewegt wie Großmutters Hamster kurz vor dem Exitus.Quelle: www.novarock.at

Zeitgleich hauen auf der Blue Stage die deutschen Rocker von MADSEN in die Saiten und auf die Felle, die vor allem beim jungen, weiblichen Publikum großen Anklang finden.

TRIVIUM braucht man ebenfalls nicht mehr vorzustellen. Harte Riffs, wuchtige Drums und absolutes Headbangpotenzial zeichnen diese Band aus. Sie rocken die Red Stage und lassen keinen Stein auf dem anderen. GOOD OLD METAL IST NICHT TOT!!!

Und schon wieder muss man die Bühne wechseln, denn auf der großen Stage geben die deutschen GUANO APES gerade ihr Comeback – Konzert. Sängerin Sandra Nasic, in Silberner Jacke und überdimensionaler Brille, kommt anfänglich als kleiner Krocha – Abklatsch rüber. Das ändert sich aber sobald sie die Teile ablegt und zu alten und neuen Songs über die Bühne fegt.

Jetzt wird es wirklich schwer – Blau: Reunion – Show von LIMP BIZKIT oder Rot: Die kleinen Satansbraten von DIMMU BORGIR.

Quelle: www.rockfestivals.atGitarrist Wes Borland, der wieder zu LIMP BIZKIT zurückgekehrt ist, würde mit seiner Bemalung auch bei den Dunkelmannen von Dimmu Borgir nicht auffallen.
Am DJ – Set der Band prangt eine Österreichfahne und die Herren um Frontmann Fred Durst geben sich alle Mühe das Publikum mit alten und neuen Krachern bei Laune zu halten. Irgendwie will das ganze aber nicht so ins Rollen kommen und der Gig fällt trotz vielen Hits ziemlich lahm aus.

Anders auf der Red Stage bei DIMMU BORGIR. Dort fliegen die Matten bereits im Kreis und die Norweger knüppeln auch die letzten Zweifel, wer denn nun die Könige des Blackmetal sind, in Grund und Boden. Pyrotechnik, aufwendige Klamotte und Schminke tun das ihrige, um das Herz eines schwarzen Jüngers höher, oder sollte man sagen tiefer, schlagen zu lassen.

Mit einer Viertelstunde Verspätung steht dann endlich der lang erwartete Headliner auf der Red Stage. MACHINE HEAD aus Oakland schlagen mit ihrem Epos „Imperium“ auf der Bühne auf und weisen nur eine Richtung. Quelle: www.rockfestivals.at
Und die heißt Vollgas. „Old“, „Ten Ton Hammer“, „Halo“, „Bulldozer“, „Davidian“ oder das Iron Maiden Cover „Hallowed be thy name“ werden auf das Publikum losgelassen. Die Menge wills, die Menge kriegts. Das weiß auch Rob Flynn und bedankt sich immer wieder beim Österreichischen Publikum für den Support.
Quelle: www.rockfestivals.atEinziges Manko: Machine Head verlassen nach nur 75 Minuten ohne Zugabe die Bühne und lassen ein verschwitzt-verdutztes Publikum zurück.

Anders auf der Blue Stage. Dort nämlich verwandeln DIE TOTEN HOSEN die Pannonia Fields II in einen brodelnden Hexenkessel. Ganze 29 Songs geben Campino und seine Mannen an diesem Abend zum Besten. Und dass Campino immer noch top fit ist, beweist er einmal mehr, indem er wieder alles erklimmt was einen guten Ausblick bietet. Bei „Paradies“ holt er auch noch einen glücklichen Zuschauer auf die Bühne, der seine Arbeit am Mikro mehr als gut macht und den Song zu Ende singt.
Mit „You never walk alone“ beenden die Hosen ihr zweistündiges Konzert und entlassen die Menge in die letzte Nova Rock – Nacht.
Auf dem Weg zum Campingplatz kann man noch das beeindruckende Abschlussfeuerwerk beobachten und begibt sich dann fix und fertig in die Horizontale.
Und während sich die Crews dem Abbau widmen, denken einige der Fans wahrscheinlich schon ans kommende Jahr.Quelle: www.rockfestivals.at

Ich für meinen Teil werde die nächsten zwei Tage durchschlafen.
Ich hoffe, Ihr hattet ein bisschen Spaß beim Lesen.
Quelle: www.novarock.atGute Nacht, bis zum nächsten Mal.

  1. 2009 Juli 8

    Ein sehr interessanter Artikel. Sollten Sie noch weitere Informationen haben – wurde ich mich freuen

    • 2009 Juli 8
      Chris King Permalink

      Hallo. Dankeschön. Da der Bericht von mir geschrieben wurde, hab ich leider nicht mehr Information. Es war schon schwer genug an fünf Orten gleichzeitig zu sein. An welche Infos dachten sie denn da?

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